In der körperorientierten Traumatherapie schöpfe ich aus verschiedenen Quellen. Die Somatische Psychologie und die Sensormotorische Psychotherapie nach Pat Ogden sowie die Integrative Bewegte Traumatherapie nach Romana Tripolt, Imaginationsarbeit nach Luise Reddemann und traumaspezifische Tanz/Bewegungstherapie unterstützen mich in meiner Arbeit. Ich bin der Auffassung, dass es nicht den einen richtigen traumatherapeutischen Ansatz gibt, sondern ein gemeinsames und wertschätzendes Herantasten an alte Wunden mit einem achtsamen Blick auf die Signale, die Körper, Kopf und Seele während des Prozesses senden.

Doch warum körperorientierte Traumatherapie? Trauma entsteht, wenn ein Ereignis oder Ereignisse über einen längeren Zeitraum, das Nervensystem eines Menschen derartig überlasten, dass das Erlebte nicht integriert sondern weggeschoben wird. Zurück bleiben Gefühle wie Hilflosigkeit, Ohnmacht, Leere. Der Körper speichert das „Nichterlebte“ oder besser gesagt, die Empfindungen und die daran geknüpften Gefühle und Gedanken. Um zu vermeiden, eben diese Empfindungen erneut zu spüren, entwickelt der Mensch verschiedene Abwehrfunktionen. Meistens jedoch kommt es, gerade bei schweren Traumata, zu dissoziativen Zuständen in auslösenden Situationen. Dissoziative Zustände können sich ganz verschieden äußern. Zum Beispiel als Erstarrung oder mentales Wegtreten. Zusätzlich können sich psychosomatische Beschwerden entwickeln, die anzeigen, dass das „Nichterlebte“ Teil der Gegenwart ist.
Was sich als Schutz- bzw. Abwehrfunktion entwickelt hat, kann zu einem späteren Zeitpunkt mit wachsender Stabilität als Einschränkung wahrgenommen werden, aus der man sich nur schwer befreien kann. Der Körper hält das „Nichterlebte“ und kennt keine andere Handlungsoption außer dem Schutz. Der Weg heraus aus dem sich immer wieder abspielenden Körper-Gedankenkarussell ist über den Körper in Verbindung mit reflektierendem Gespräch. Über den Körper wahrzunehmen, was von Moment zu Moment geschieht. Über den Körper sich mit dem Hier und Jetzt zu verbinden, um Empfindungen und Gefühle zu bemerken und lernen diese Schritt für Schritt halten zu können. Über den Körper die Ambivalenz gegenüber dem ersehnten Ausdruck eines Gefühls sowie die Angst vor dem Ausdruck wahrzunehmen. Über körperliche Bewegung neue Ressourcen zu finden. Mit dem Körper Bewegungen zu entdecken, die damals nicht möglich waren und durch die Umsetzung der Bewegungen neue Handlungswege zu erfahren und zu integrieren.